Autor Ferdinand Keller über „Stilles Wasser"
Was hat Ferdinand Keller dazu bewogen, seinen Kriminalroman „Stilles Wasser“ zu schreiben? Und welche Art von Spannung erwartet die Leser hinter der scheinbar friedlichen Winterkulisse?
Im Interview erzählt Ferdinand Keller, wie der Wunsch zu schreiben über viele Jahre in ihm gewachsen ist, was ihn an Menschen und ihren Geschichten fasziniert und zum Schreiben bewegt, wie seine Figuren ein Eigenleben entwickeln und warum die winterliche Stille des Erzgebirges zur idealen Kulisse für seinen Kriminalroman wurde.
Das Buch ist jetzt erhältlich:
> Buch entdecken
Nah am Buch
Auf Ihrer Website schreiben Sie, dass der Wunsch Bücher zu schreiben, während Ihrer Jahre im Gesundheitswesen immer stärker wurde. Wann haben Sie gemerkt, dass Sie Ihre Geschichten nicht mehr nur im Kopf tragen, sondern wirklich erzählen möchten und warum sind es ausgerechnet Kriminalromane geworden?
Ich glaube, dieser Wunsch ist nicht an einem bestimmten Tag entstanden, sondern hat sich über viele Jahre entwickelt. Gerade während meiner Arbeit im Gesundheitswesen habe ich unzählige Menschen, Schicksale und Geschichten kennengelernt. Vieles davon hat mich auch nach Feierabend noch beschäftigt. Irgendwann merkte ich, dass diese Geschichten in meinem Kopf immer weiterlebten und dass es mir nicht mehr reichte, sie nur für mich zu bewahren. Ich wollte Figuren daraus entstehen lassen, ihnen eine Stimme geben und vor allem selbst ausprobieren, wohin sich eine Geschichte entwickelt, wenn man sie wirklich aufschreibt.
Dass es ausgerechnet Kriminalromane geworden sind, hat wahrscheinlich mit meiner eigenen Neugier zu tun. Mich interessieren menschliche Abgründe ebenso wie die Frage, warum Menschen handeln, wie sie handeln. Ein Kriminalroman verbindet für mich beides: eine spannende Handlung und den Blick auf die Menschen dahinter. Außerdem liebe ich das Spiel mit Fragen, falschen Fährten und unerwarteten Wendungen. Als Autor kann ich den Leser auf eine Spur setzen und ihn gleichzeitig immer wieder überraschen. Und vielleicht liegt darin auch eine Verbindung zu meinem Berufsleben: Dort ging es ebenfalls darum, genau hinzusehen, Zusammenhänge zu erkennen und nicht bei der ersten Erklärung stehenzubleiben. Beim Schreiben darf ich diese Neugier nun auf eine ganz andere Weise ausleben.
„Außerdem liebe ich das Spiel mit Fragen, falschen Fährten und unerwarteten Wendungen.“
Wenn Sie einen Krimi entwickeln: Kennen Sie den Täter, die entscheidenden Wendungen und das Ende von Anfang an oder überraschen Ihre Figuren manchmal sogar Sie selbst?
Beim Schreiben eines Krimis kenne ich den Täter und die großen Wendepunkte meist schon früh – zumindest als eine Art inneren Kompass. Das Ende steht dabei nicht immer bis ins kleinste Detail fest. Ich lasse bewusst etwas Raum, damit sich die Geschichte und vor allem die Figuren entwickeln können. Und tatsächlich kommt es vor, dass eine Figur plötzlich etwas tut oder eine Spur in eine Richtung führt, die ich so nicht geplant hatte. Genau diese Momente sind für mich besonders spannend: Wenn die Figuren beginnen, ihre eigene Geschichte zu erzählen, muss man als Autor manchmal bereit sein, den ursprünglichen Plan loszulassen. Entscheidend ist am Ende, dass die Wendungen überraschend wirken, aber rückblickend trotzdem logisch und nachvollziehbar sind.
Sie stammen aus Zwickau und lassen Ihren Krimi in einer verschneiten Rehaklinik im Erzgebirge spielen. Was verbindet Sie persönlich mit dieser Region und warum wurde gerade die winterliche Stille des Erzgebirges zur Kulisse für ein Verbrechen?
Für mich ist das Erzgebirge ein Stück Heimat – auch wenn ich aus Zwickau stamme. Die Region ja liegt direkt vor der Haustür. Die Landschaft, ihre kleinen Orte und vor allem die besondere Stimmung im Winter sind mir deshalb sehr vertraut. Gerade diese Mischung aus Vertrautheit und einer gewissen Abgeschiedenheit hat mich für den Roman inspiriert.
Eine verschneite Rehaklinik erschien mir als idealer Schauplatz für einen Krimi: Draußen liegt eine scheinbar friedliche, stille Winterlandschaft, während sich hinter den Mauern der Klinik ganz andere Dinge abspielen. Der Schnee schirmt die Menschen gewissermaßen von der Außenwelt ab, Wege verschwinden, Spuren werden verwischt und die Dunkelheit setzt früh ein. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der Misstrauen und Spannung besonders gut funktionieren.
Gleichzeitig wollte ich das Erzgebirge nicht nur als düstere Kulisse zeigen. Gerade die winterliche Schönheit und Ruhe der Landschaft bilden einen spannenden Kontrast zum Verbrechen. Je idyllischer die Umgebung wirkt, desto stärker fällt auf, dass unter dieser Oberfläche etwas nicht stimmt. Dieser Gegensatz zwischen scheinbarer Geborgenheit und unterschwelliger Bedrohung war für mich der eigentliche Reiz.
Welche Art von Spannung erwartet die Leser in „Stilles Wasser“: Ein klassischer Ermittlerkrimi, psychologische Abgründe, überraschende Wendungen oder vielleicht eine ganz eigene Mischung?
„Stilles Wasser“ ist kein klassischer Ermittlerkrimi, bei dem allein die Frage nach Täter und Tat im Mittelpunkt steht. Die Spannung entsteht vielmehr aus einem dunklen Geflecht aus Rache, Selbstjustiz und psychologischen Abgründen. Hinter der scheinbaren Ruhe brodelt etwas Unausgesprochenes – alte Verletzungen, Schuld und der Wunsch nach Vergeltung.
Dabei verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Recht und Unrecht: Was geschieht, wenn jemand die Gerechtigkeit selbst in die Hand nimmt? Und wann wird aus dem nachvollziehbaren Wunsch nach Genugtuung zerstörerische Rache? Überraschende Wendungen treiben die Handlung voran, doch die eigentliche Spannung liegt in der moralischen Unsicherheit, die den Leser begleitet. „Stilles Wasser“ verbindet damit Krimispannung mit einem psychologischen Sog und der beklemmenden Frage, wie weit ein Mensch gehen darf, wenn er glaubt, selbst für Gerechtigkeit sorgen zu müssen.
Arne Brecht und sein Team übernehmen in „Stilles Wasser“ die Ermittlungen. Müssen wir uns nach diesem Fall schon wieder von ihnen verabschieden oder dürfen wir auf ein Wiedersehen in einem weiteren Krimi hoffen?
Sagen wir es einmal so: Arne Brecht und sein Team haben sich in „Stilles Wasser“ ziemlich gut geschlagen – da wäre es doch schade, sie gleich wieder in den wohlverdienten Ermittler-Ruhestand zu schicken. Ob es allerdings zu einem Wiedersehen kommt, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Schließlich soll nicht nur das Wasser still bleiben, sondern auch ein kleines Geheimnis. 😉
Ganz ausschließen würde ich eine weitere Begegnung mit Arne und seinem Team jedenfalls nicht. Vielleicht gibt es also schon bald wieder einen Fall, bei dem sie ihre Ermittlernasen in Dinge stecken, die sie besser in Ruhe gelassen hätten …
„Hinter der scheinbaren Ruhe brodelt etwas Unausgesprochenes – alte Verletzungen, Schuld und der Wunsch nach Vergeltung.“
Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit dem Impían Verlag erlebt und was haben Sie auf dem Weg zur Veröffentlichung von „Stilles Wasser“ als besonders unterstützend oder wertvoll empfunden?
Die Zusammenarbeit mit dem Impían Verlag habe ich als sehr wertschätzend, persönlich und professionell erlebt. Besonders schön war für mich das Gefühl, mit meinem Buch und meiner Geschichte ernst genommen und auf dem Weg zur Veröffentlichung wirklich begleitet zu werden.
Als besonders unterstützend empfand ich den offenen und zuverlässigen Austausch. Das Lektorat war für mich dabei ein ganz wesentlicher Bestandteil. Durch die professionelle und zugleich sensible Begleitung konnte der Text weiterentwickelt und geschärft werden, ohne dass dabei die eigene Sprache und die persönliche Handschrift von „Stilles Wasser“ verloren gingen. Diese Kombination aus fachlicher Kompetenz und einem guten Gespür für den Text habe ich als besonders wertvoll empfunden.
Auch das professionelle Marketing hat mir wichtige Impulse gegeben. Gerade als Autor ist es nicht selbstverständlich, die eigene Arbeit auch nach außen sichtbar und für potenzielle Leserinnen und Leser zugänglich zu machen. Die Unterstützung bei der Präsentation und Vermarktung des Buches hat mir dabei geholfen, „Stilles Wasser“ professionell zu positionieren und ihm die Aufmerksamkeit zu geben, die es verdient.
Insgesamt habe ich die Zusammenarbeit als eine gelungene Verbindung aus persönlicher Begleitung, professionellem Lektorat und engagierter Vermarktung erlebt. Ich hatte das Gefühl, mit meinem Buch nicht einfach nur einen Veröffentlichungsprozess zu durchlaufen, sondern auf dem gesamten Weg kompetent und wertschätzend begleitet zu werden. Dafür bin ich sehr dankbar.
Herzlichen Dank für das Interview, Herr Keller!
Ferdinad Kellers Buch „Stilles Wasser“ ist im Buchhandel sowie online erhältlich.

Das Buch ist jetzt erhältlich:
Zum Buch im Shop