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Autorin Ulrike Keim über „Das Medaillon der vergessenen Frauen“

Autorin Ulrike Keim über „Das Medaillon der vergessenen Frauen“

Was hat Ulrike Keim dazu bewegt, „Das Medaillon der vergessenen Frauen“ zu schreiben? Und welche Geschichten stecken hinter den Frauen ihres Romans?

Im Gespräch mit Ulrike Keim wird schnell deutlich, wie eng ihre eigene Geschichte mit dem Thema ihres Romans verbunden ist. Als Ärztin und Autorin hat sie sich intensiv mit Frauen beschäftigt, die zu ihrer Zeit Pionierinnen waren und heute dennoch beinahe vergessen sind.
Eine von ihnen ist die Chirurgin Edith Peritz, die 1930 den ersten Soroptimist Club Deutschlands mitbegründete. Ihr Engagement wirkt bis heute nach. Noch immer wird ein nach ihr benannter Preis für besonderes Engagement für die Gleichstellung von Frauen und Mädchen vergeben.
So erzählt „Das Medaillon der vergessenen Frauen“ zwar von einer vergangenen Zeit, stellt aber Fragen, die bis heute erstaunlich aktuell sind: nach Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und der Sichtbarkeit von Frauen.
Im Interview erzählt Ulrike Keim, wie sie auf diese Frauen gestoßen ist, was sie an ihren Geschichten berührt hat und warum daraus schließlich ein Roman entstehen musste.

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Edith Peritz und einige weitere Frauen aus Ihrem Roman haben tatsächlich gelebt. Wie sind Sie auf ihre beinahe vergessenen Geschichten gestoßen und was hat Sie daran so berührt, dass daraus ein Roman entstehen musste?

Alle Frauen des Soroptimist-Clubs und die Ärztinnen im Roman haben gelebt, gefeiert, geliebt, gekämpft, gelacht, geweint, gelitten – und sie wurden vergessen: großartige Persönlichkeiten und Pionierinnen in ihren Berufen. Ich denke da an die berühmteste Theaterschauspielerin der Weimarer Zeit, Tilla Durieux, an die Meisterfotografin Lotte Jacobi, an die scharfzüngige Gerichtsreporterin Gabriele Tergit, an eine der ersten Rechtsanwältinnen in Preußen Margarete Berent, an eine der ersten Richterinnen Erna Haßlacher-Friedenthal, die unter ihrem späteren Namen Scheffler, die erste Richterin am Bundesverfassungsgericht wurde und natürlich an die Chirurgin und Gründerin des ersten Soroptimist-Clubs in Deutschland Edith Peritz.

Auch bei mir waren diese Frauen vergessen oder besser: ich hatte ihre Namen noch nie gehört, als ich während der Pandemie auf meiner Terrasse saß und eine Biografie über Erika Mann, der ältesten Tochter von Thomas Mann las. Obwohl schon lange ein Fan des Nobelpreisträgers und seiner bunten Familie, war ich überrascht in der Biografie auf den Arzt Dr. Martin Gumpert zu treffen – ein bisher unbekannter Freund, Lebensgefährte und Geliebter Erikas von 1936 bis in die 1940er Jahre. Mein Interesse für weitere Recherchen war geweckt. Gumpert war ein Arzt, der eine menschliche Medizin praktizierte, nach seinem Berufsverbot als Dermatologe 1933 Romane beispielsweise über den Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann und Henri Dunant, Vater des Roten Kreuzes, schrieb. Aus meinen Recherchen und meiner Begeisterung für diesen besonderen Arzt, dessen Ethik in der heutigen Zeit – einhundert Jahre später – in der Medizin noch zu erreichen wäre, wurde eine dicke Biografie, die im November 2022 im Verlag Hentrich&Hentrich erschienen ist. Ein halbes Jahr später stieß ich in einem Buch des gleichen Verlags auf einen Brief von Dr. Edith Peritz, der an die Ehefrau von Gumpert gerichtet war. Bei meinen Nachforschungen stellte sich heraus, dass Dr. Gumpert und Dr. Peritz in Berlin im gleichen Haus, in der Joachimsthaler Straße 6, wohnten und beide auch dort praktizierten. Dann zeigte sich noch, dass Gumpert und Peritz – voneinander nichts wissend – eine Ausbildung bei der damals angesehensten ästhetischen Chirurgin Suzanne Noël in Paris machten. Nach meiner Meinung gibt keine Zufälle. Die Ärztin Dr. Peritz hatte mich als Kollegin und Autorin gesucht. Als ich die Fotografie des Hauses Joachimsthaler Straße 6 in Händen hielt, wurde in mir die damalige Zeit lebendig. Ich hörte die Gespräche, die die Ärztin und der Arzt mit ihren Patientinnen und Patienten führten und das Lachen der Nachbarin und Fotografin Lotte Jacobi, sah die im Gesicht operierten Patientinnen glücklich vor dem Spiegel stehen und roch die Desinfektionsmittel in den Praxen. Edith Peritz führte mich auch zu den vergessenen Frauen. Im Januar 1930 hatte sie mit anderen berufstätigen Frauen den ersten Soroptimist-Club Deutschlands in Berlin gegründet. Die Geschichte dieses Clubs und die großartigen Frauen ließen mich nicht mehr entkommen.

Diese Zeit und diese vergessenen Frauen sollten wieder lebendig werden, so aktiv wie sie mir durch meine Recherchen wurden. Es musste ein Roman entstehen.


„Den Frauen im Roman ging es um Selbstbestimmung.“



Beim Schreiben begegnen Sie Frauen, die vor fast 100 Jahren um ein selbstbestimmtes Leben kämpften. Gab es Momente, in denen Sie dachten: Erschreckend, wie aktuell sich das heute noch anfühlt?

Den Frauen im Roman ging es um Selbstbestimmung. Sie wandten sich nicht gegen die Männer. Sie waren nicht das Feindbild. Gleichberechtigung von Mann und Frau – nicht nur auf dem Papier, sondern in der täglichen Realität - das war das Ziel. Und hundert Jahre später? Ja, es gibt positive Veränderungen gegenüber 1930: Frauen dürfen inzwischen selbst ein Bankkonto eröffnen und selbständig entscheiden, ob und wo sie arbeiten möchten. Gegenüber 1928 dürfen im Sport Frauen bei Leichtathletikwettkämpfen starten (nicht nur in fünf Disziplinen), Angela Merkel war 16 Jahre Bundeskanzlerin, Evelyn Palla versucht die Deutsche Bahn zu retten. Aber sind das wirkliche, anhaltende Veränderungen oder nur schöner Schein?

Noch immer sind Forderungen der damaligen Frauen wie „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ nicht erfüllt, noch immer sind Frauen in Führungsetagen von Wirtschaft und Politik deutlich unterrepräsentiert und noch immer arbeitet fast jede zweite Frau Teilzeit, viele Frauen müssen mit Minijobs zufrieden sein, damit sie zu Hause Kinder großziehen oder kranke Eltern pflegen können. Das ist die Situation im Jahr 2026. Und sie wurde in den letzten Jahren schlimmer. Frauen und Mädchen erleiden Rückschläge in der Gleichberechtigung - eine zunehmende Diskriminierung macht sich breit.

Diese Tendenz ist auch als Backlash bekannt und wird nicht nur von Männern vorangetrieben. Auch Frauen machen sich zu Komplizinnen wie die Antifeministinnen Giorgia Meloni, Marine Le Pen und Alice Weidel. Das Rollenbild der Frau wird wieder in die Richtung „Mutter und Ehefrau“ an Herd und Waschmaschine verändert und viele Frauen unterwerfen sich freiwillig – in der Meinung so besser leben zu können. Sonst müsste man fragen, warum Frauen ihre Stimme einer Partei mit der Vorsitzenden Alice Weidel geben. In den USA sitzt ein Präsident im Weißen Haus, der wegen sexuellem Missbrauch zu fünf Millionen Dollar verurteilt worden ist – dennoch unterstützt von Frauen in der Make America Great Again - Bewegung. 

Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem, auch wenn es sich in Fällen wie der brutalen Vergewaltigung von Gisèle Pelicot oder der digital-sexualisierten Gewalt wie bei der Schauspielerin Collien Fernandes scheinbar um individuelle Fälle handelt. In den letzten Jahren kommt es zu einem Anstieg häuslicher Gewalt (übrigens wurde in Russland gerade häusliche Gewalt entkriminalisiert) und auf Tik Tok könnten Tötungsfantasien an Frauen zum Trend werden. Anstatt die Gesetze gegen Übergriffe auf Frauen zu verbessern und die Rechte der Frauen zu stärken, wird auch in Demokratien das Rad der Geschichte zurückgedreht. In vielen Ländern wird beispielsweise das Recht auf Abtreibung wieder eingeschränkt (der US Supreme Court verbietet das Recht auf Abtreibung). 

Während ich mit den letzten Kapiteln des Buchs beschäftigt war, wurde der neue Bundestag gewählt. Er ist deutlich männlicher geworden. Nicht einmal ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen. Ein Post von Markus Söder könnte die Frauen im Roman zu einem ungläubigen Kopfschütteln ermuntern: sechs Männer der Unionsspitze sitzen an einem ovalen Tisch im Konrad-Adenauer-Haus – keine Frau. Unterschrift: Wir sind bereit für einen Politikwechsel. 

Die schlimmsten Veränderungen haben sich in Afghanistan vollzogen. Nach der Machtergreifung der Taliban 2021 sind die Frauen vollkommen entrechtet.

Für die Frauen gilt eine strikte Verhüllung von Körper und Gesicht, beim Verlassen des Hauses müssen sie von einem männlichen Verwandten begleitet werden, in der Öffentlichkeit dürfen sie nicht reden oder singen, im Alter von elf Jahren müssen sie die Schule verlassen, eine höhere Schulbildung ist ihnen verwehrt, es herrscht ein praktisches Arbeitsverbot und – für viele Frauen tödlich – wurde die Hebammenausbildung abgeschafft.  

Also ja, ich hatte Momente, in denen sich alles erschreckend aktuell anfühlt.


Welche Ihrer Figuren würden Sie selbst gerne für einen Abend im Berlin der 1920er-Jahre treffen und was würden Sie sie unbedingt fragen wollen?

Mit welcher Frau würde ich in den 1920er-Jahren gerne im Jumperkleid und Glockenhut auf dem Kurfürstendamm flanieren, um dann im Americain Café in der fünften Etage des Eden-Hotels gegenüber der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ein intensives Gespräch unter Frauen zu führen: was würde wohl die Architektin mit Doktortitel Marie Frommer über ihr eigenes Architekturbüro erzählen oder die Juristin Margarete Berent, wie sie als Rechtsanwältin für Frauen mit Vergehen gegen den Paragrafen 218 kämpft oder Lotte Jacobi, die von dem Fotoshooting mit Erika und Klaus Mann berichtet? Aber ich habe mich für einen Abend mit der Schauspielerin Tilla Durieux entschieden. Beim Gespräch mit dem Cocktail The White Lady in der Hand würde ich Tilla zu ihrer Ehe mit dem berühmten Galeristen Paul Cassirer befragen. Warum? Paul Cassirer war der bekannteste Kunsthändler in Berlin, der erstmal Ausstellungen mit den bis dahin verfemten Impressionisten in Deutschland arrangierte. Und Tilla war auf dem Höhepunkt ihrer Karriere als Schauspielerin am Theater, ein gefeierter Star, ihre Gagen hatten schwindelerregende Höhen erreicht, sie wurde gemalt von Renoir und Liebermann und galt als die Modeikone in Berlin. Dennoch hatte sie immer wieder über ihre Ehe geklagt und ich würde gerne mehr erfahren, warum diese Ehe so kompliziert ist. Unser Gespräch könnte sich so gestalten:

„Tilla, wir sind Freundinnen, wie geht es Dir mit Paul?“ Die Schauspielerin antwortet: „Die Probleme begannen ganz am Anfang unserer Beziehung. Er formte mich immer mehr als ein Stück Wachs nach seinen Vorstellungen. Jeden Tag hatte ich das Gefühl einen Leistungstest ablegen zu müssen, ich wurde sein Geschöpf. Meiner Karriere tat es gut. Nach unserer Hochzeit lebte ich wie im Traum.“ „Aber der Traum kann auch ein Albtraum werden, stimmt das,“ bohre ich weiter. „Ja, Paul stellt die Regeln für unser Zusammenleben auf. Er verbietet mir, vor ihm ins Bett zu gehen, auch wenn ich todmüde bin. Obwohl ich tagsüber Proben habe und abends auf der Bühne stehe, muss ich abends seine zahlreichen Gäste bedienen oder die Gastgeberin bei den vielen Festen mit bis zu zweihundert Personen spielen. Paul verlangt es von mir.“ Ich fühle mich als emanzipierte Frau herausgefordert. „Warum lässt du dir das gefallen, Tilla?“ Ihre Antwort: „Ich bin immer schon Wachs in seinen Händen, ich liebe ihn und will ihn nicht verlieren.“ So oder ähnlich hätte das Gespräch mit Tilla Durieux ablaufen können. Welches tragische Ende die Ehe von Tilla und Paul nahm, können Sie im Roman nachlesen.

Das fiktive Gespräch mit Tilla Durieux zeigt mir, dass auch die berühmtesten und erfolgreichsten Frauen sich zu Hause von den Regeln ihrer Männer dominieren lassen und sich deren Wünschen unterwerfen. Emanzipation und Kampf für die Rechte der Frauen fängt immer auch zu Hause an. Die Gleichberechtigung in der Ehe kann nicht nur durch Gesetz geregelt werden, sondern verlangt die Courage der Frau im alltäglichen Leben.

Ich bedanke mich bei Tilla Durieux für das Gespräch und hoffe, dass wir alle daraus lernen können.


Was wünschen Sie sich, dass die Leserinnen und Leser fühlen, wenn sie „Das Medaillon der vergessenen Frauen“ zuklappen?

Zunächst hoffe ich, dass auch Männer meinen Roman lesen, denn es ist kein sogenanntes Frauenbuch. Natürlich soll der Roman Frauen Mut machen, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu leben und couragiert für sich selbst und die Rechte der Frauen einzutreten. Aber darum geht es nicht ausschließlich.  Während ich den Roman geschrieben habe, wurde mir – gerade mit Blick auf die rasanten, politischen Veränderungen in den USA und die Kriege um uns herum– immer wieder bewusst, wie fragil unsere Demokratie, unsere Freiheit und der Frieden sind. Welche Gefühle wünsche ich mir daher bei den Leserinnen und Lesern, die das Buch am Ende zuklappen? Gefühle der Anerkennung für die Leistungen der vergessenen Frauen, Gefühle der Zuneigung für die Solidarität unter den Frauen, Gefühle der Verantwortung selbst aktiv zu sein für Frieden und Demokratie und das Gefühl durch den Roman selbst gestärkt zu sein. Und zuletzt hoffe ich, dass das Buch dazu anregt, aus der Geschichte zu lernen.


„Ich habe mir mein Trauma von der Seele geschrieben.“



Gibt es etwas über „Das Medaillon der vergessenen Frauen", seine Entstehung oder die Frauen hinter der Geschichte, das Ihnen besonders am Herzen liegt und über das wir bisher noch nicht gesprochen haben?

Es gibt zwei Storys, die mich berühren. Bei der einen geht es um Edith Peritz und mich. Während meiner Recherchen u.a. im Landesarchiv Berlin und dem Schreiben wurde mir Edith Peritz von Zeile zu Zeile und Kapitel zu Kapitel immer mehr eine Freundin. Ich entdeckte viele Gemeinsamkeiten zwischen mir als Ärztin und der Kollegin des vergangenen Jahrhunderts. Sie wurde mir nah und vertraut. Hatte sie sechs Jahre am Rudolf Virchow-Krankenhaus in Berlin-Wedding unter Professor Unger ihre Facharztausbildung gemacht, so durfte ich Ende der 1980er-Jahre unter Professor Pohle ebenfalls am Rudolf Virchow-Krankenhaus Patienten und Patientinnen mit einer AIDS-Erkrankung betreuen. Ich sah Edith und mich im Arztkittel gemeinsam die lange Hauptallee zwischen den Pavillons heruntergehen, sie biegt zum chirurgischen, ich zum internistischen Pavillon ab. Ich musste oft bei Nachtdiensten mit dem Fahrrad durch die „Gartenstadt für Kranke“ fahren. Ob sie auch auf dem Gelände des Krankenhauses nachts durch die Dunkelheit fahren musste, ob sie auch während der Bereitschaftsdienste Notfälle hatte und zögerte den Oberarzt anzurufen, ob sie auch Patienten mit Hautkrankheiten aus Afrika hatte und erst im Lehrbuch nachsehen musste, um welche Krankheiten es sich tatsächlich handelte? Beim Schreiben fühlte ich mich so oft an meine Zeit in Berlin zurückversetzt und besonders an meine Station „Sonnenschein“ im Rudolf Virchow-Krankenhaus – und immer wieder tauchte vor meinem geistigen Auge Edith Peritz neben mir auf. 

Eine zweite Geschichte liegt mir am Herzen. Während meiner internistischen Facharztausbildung musste ich Notarztwagen fahren. Eines Tages wurde ich zu einer Baustelle gerufen. Es war ein Arbeiter vom Dach gefallen und schwer verletzt. Der Mann litt an einem Spannungspneumothorax. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Durch eine Verletzung der Rippen dringt Luft in den Pleuraspalt ein, kann aber nicht mehr entweichen. Wird nicht sofort eine Druckentlastung durchgeführt, kommt es innerhalb weniger Minuten zu einem Herz-Kreislauf-Versagen mit tödlichem Ausgang. Damals im Notarztwagen konnte ich dem Arbeiter nicht mit einer lebensrettenden Punktion des Brustkorbs helfen. Ich hoffte, dass wir es noch bis zum nahegelegenen Krankenhaus schafften. Der Patient verstarb aber auf dem Weg in die Notaufnahme. Noch Jahre später warf ich mir Versagen vor, obwohl der Patient wohl nicht mehr zu retten war. 

In meinem Roman lasse ich fiktiv Edith Peritz während des blutigen Mais, dem sogenannten Blutmai 1929 eine Patientin mit einem solchen Spannungspneumothorax retten. Und das tat sie entgegen den Vorschriften und Bestimmungen der Kriegsmedizin (heute sagen wir dazu Triage), die damals bei völliger Überlastung der Krankenhäuser herrschte. Ich habe mir mein Trauma von der Seele geschrieben. Das sind so die Geschichten hinter dem Roman und seinen realen oder fiktiven Begebenheiten. 


Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit dem Impían Verlag erlebt und was haben Sie während der Entstehung und Veröffentlichung Ihres Buches als besonders unterstützend oder wertvoll empfunden?

Mein Dank gilt dem Impian Verlag, der meinen Roman verlegte und sich an einen historischen Roman herantraute, in dessen Mittelpunkt das Thema Frauensolidarität thematisiert wird - nicht nur eine Liebesgeschichte (die gibt es natürlich auch und gibt der Handlung Charme und Spannung). Der Verleger Nicholas Nikol war für mich als Autorin nahbar und voller Verständnis. Großes Glück hatte ich mit der Lektorin Kathrin Baumann, die schon mal zum Telefonhörer griff und telefonisch Probleme aus dem Weg schaffte. Kurzum, ich fühlte mich immer gut betreut und verstanden.


Herzlichen Dank für das Interview, Frau Keim!


Ulrike Keims Buch „Das Medaillon der vergessenen Frauen“ ist im Buchhandel sowie online erhältlich. 

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